Wer bin ich?

Diese Frage stellen sich die Menschen seit jeher.

 

Schon am Eingangstor des Tempels des Apollon zu Delphi sollen der Überlieferung zufolge, die Inschriften „Erkenne Dich selbst“ und „Nichts im Übermaß“ gestanden haben (6. Jahrhundert v. Chr.).

 

"Erkenne dich selbst" bezieht sich auf die Klärung individueller Fragestellungen und die Beschäftigung mit der eigenen Persönlichkeit. Dadurch können wir dem unvermeidlichen Wandel, der Veränderung in der Welt, sei es das Verhalten anderer Menschen, Veränderungen am Arbeitsplatz oder im Kreise der Familie, politischen Verwerfungen etc. aus einer Position der Klarheit und inneren Stabilität begegnen, um zu vermeiden, von diesen äußeren Ereignissen überfordert zu werden. Wir selbst sind dann unser Anker und Ruhepunkt und können aus diesem tiefen Wissen heraus handeln und unseren Weg gehen.

 

„Nichts im Übermaß“ ist damit unmittelbar verbunden und erinnert uns daran, unser Denken und Handeln auszubalancieren, weil Probleme im Alltag oft die Ergebnisse von Einseitigkeit sind.


Ich verstehe darunter, dass wir gut daran tun, alle Teile unserer Persönlichkeit miteinander in Einklang zu bringen. Dazu gehört unter anderem, dass wir sowohl unser Bedürfnis nach Liebe als auch Unabhängigkeit und Durchsetzung erfüllen, dass wir Stabilität und Lebensgenuss genauso integrieren wie den Mut zu Veränderung und durch Loslassen von Altem Raum für Neues schaffen.

  

In unserer heutigen Gesellschaft werden Verhalten und Entscheidungen auf der Basis von Rationalität und Sachlichkeit eindeutig favorisiert. Einstein wusste bereits, dass unser Verstand ein Hilfsmittel ist und nannte ihn deshalb treuen Diener, der aber genau aus diesem Grund mit Entscheidungen komplett überfordert. Denn seit wann sind allein Zahlen, Daten und Fakten der Grund, dass wir uns öffnen, kreative und innovative Ideen und Inspirationen haben? Wenn Vertrauen, Glaube, Optimismus, Fantasie, Sinn und Mut hinzukommen, dann setzen wir uns intensiven Erfahrungen aus, die dem Verstand ein bis zwei Nummern zu groß sind, uns aber statt Funktionieren und Routinen ein Leben in Fülle und Begeisterung ermöglichen. Und deshalb brauchen wir Zugang zu unserer Intuition, dem Bauchgefühl, unserer inneren Stimme also letztlich zu unserer inneren Autorität. Das ist die Instanz, die die richtige und für uns passende Wahl für unsere Gesamtpersönlichkeit trifft. All das ist bereits in uns, nur manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen eben nicht. Also

Werde, was Du bist.


Ich möchte noch hinzufügen, dass Selbstverwirklichung und persönliche Anliegen aber nur dann nicht in rücksichtslosem Eigennutz münden, wenn wir uns als Mitglied einer großen Gemeinschaft begreifen. Deshalb bin ich der Ansicht, dass die Zeit der (hemmungslosen) Ressourcenausnutzungs-gesellschaft, des Einzelkämpfertums überholt ist. Wie schön und bereichernd wäre es stattdessen, in einer großen individualisierten Gemeinschaft zusammenzuleben, in der wir auf uns und die Welt in der wir leben, achten und jeder sein Potenzial entfalten kann und es auf jeden Einzelnen ankommt?

. SO sind wir


 

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